Stand: 8. Oktober 2026. Grundlage sind die Stellenseiten zweier Agenturen, die Chat-Moderatoren vermitteln, und die Hinweise der Portale selbst, an diesem Tag abgerufen. Wir haben kein Portal mit eigenem Konto getestet.
Wer in einem Erotikchat schreibt, chattet nicht immer mit einer Frau oder einem Mann, der dort selbst nach Kontakt sucht. Auf vielen Portalen sitzen bezahlte Chat-Moderatoren am anderen Ende. Das ist kein Geheimnis: Agenturen suchen offen nach ihnen, und manche Portale schreiben es selbst auf die Startseite. Diese Seite erklärt, wie die Arbeit funktioniert, woran du einen moderierten Chat erkennst und was das für deinen Geldbeutel bedeutet.
Was Chat-Moderatoren machen
Die Agentur Chat Buddies beschreibt die Tätigkeit auf ihrer Stellenseite so: Chat-Moderatoren, auch Chat-Animateure genannt, führen zwanglose, teils erotische oder flirtende Gespräche per Kurznachricht, und zwar anhand von fiktiven Profilen. Den Moderatoren werden verschiedene Rollen oder Profile zugeteilt, abhängig davon, welche Themen ein Kunde bevorzugt. Ihre eigene Identität bleibt verborgen, weil sie nur bestehende Profile vertreten.
Die Agentur Chatprofis schreibt, ihre Moderatoren führten schriftliche Unterhaltungen auf etablierten Dating-Plattformen, ausschließlich per Text, nach klaren Vorgaben und festen Qualitätsstandards. Zu jedem Chat gebe es genaue Vorgaben.
Wie Moderatoren bezahlt werden
Das ist der wichtigste Punkt, weil er erklärt, wie solche Gespräche verlaufen. Chat Buddies nennt eine Vergütung „zwischen 0,09 (OUT) und bis 0,21 (IN) Euro Cent pro Nachricht“, je nach Chat, also für jede gesendete und jede vom Kunden empfangene Nachricht. Empfohlen wird ein Wochenminimum von 300 Nachrichten, und wer sich einloggt, soll mindestens eine volle Stunde online bleiben. Chatprofis schreibt, manche Betreiber erwarteten eine bestimmte Anzahl an „Ins oder Outs“ pro Monat.
Bezahlt wird also die Nachricht, nicht das Treffen. Ein Gespräch, das in einer Verabredung endet, bringt niemandem auf der Betreiberseite etwas. Ein Gespräch, das lange weiterläuft, schon. Für dich heißt das: Wer pro Nachricht oder mit Coins bezahlt, bezahlt genau die Einheit, an der die Gegenseite verdient.
Portale, die es selbst sagen
Manche Anbieter schreiben offen, wie sie arbeiten. Auf der Startseite von Fremdgehen69 steht, das Fantasy-Chat-Portal sei für Menschen, die ausschließlich nach Chats, Rollenspielen und virtuellem Austausch suchen. Alle professionellen Chatpartner seien virtuelle Profile, moderiert von echten Menschen oder künstlicher Intelligenz, und reale Treffen mit ihnen seien nicht möglich. RealSexClub hat einen fast gleichlautenden Hinweis am Fuß der eigenen Startseite.
Das ist ehrlicher als ein Portal, das dasselbe Modell betreibt und es nur tief in den AGB erwähnt. Wer weiß, dass er mit Moderatoren schreibt, und genau das als erotisches Rollenspiel will, bekommt, was beschrieben ist.
Woran du einen moderierten Chat erkennst
- Der Hinweistext. Suche am Fuß der Startseite und in den AGB nach Wörtern wie „virtuelle Profile“, „Moderatoren“, „Animateure“, „Fantasy-Chat“ oder „Unterhaltung“. Steht eines davon dort, ist die Frage beantwortet.
- Viele Nachrichten gleich nach der Anmeldung. Wenn ein neues Profil ohne Foto in der ersten Stunde von mehreren Frauen angeschrieben wird, ist das ein Muster, kein Glück.
- Treffen werden immer verschoben. Das Gegenüber will dich unbedingt sehen, aber nie jetzt, und eine Telefonnummer gibt es nicht.
- Nachrichten kosten Geld oder Coins. Dann verdient der Anbieter an jeder Antwort, siehe oben.
- Antworten passen nicht ganz. Details aus früheren Nachrichten werden vergessen oder verwechselt, weil mehrere Menschen oder ein Programm dasselbe Profil schreiben.
Ist das erlaubt?
Moderierte Profile sind in Deutschland nicht grundsätzlich verboten. Entscheidend ist, ob vor dem Vertragsschluss klar darauf hingewiesen wird. Ein Portal, das mit echten Kontakten in deiner Nähe wirbt und Moderatoren nur im Kleingedruckten erwähnt, bewegt sich auf dünnem Eis. Bei Fragen zu einem konkreten Vertrag hilft die Verbraucherzentrale deines Bundeslandes.
Was du tun kannst
- Vorher lesen: Startseiten-Hinweis und AGB, bevor du Zahlungsdaten eingibst.
- Budget festlegen: Coins sind Einmalkäufe, aber die Summe wächst mit jeder Nachricht.
- Automatischen Nachkauf ausschalten, falls das Portal ihn anbietet.
- Abo kündigen, sobald du merkst, dass es nicht das ist, was du suchst. Für online geschlossene Verträge schreibt § 312k BGB einen Kündigungsbutton vor.
Mehr über die Portale, zu denen wir verlinken, steht in unserem Vergleich der Portale für Sextreffen und im Überblick zum Sex-Chat in Deutschland.
Ein Erotik-Chat, der Moderatoren offen nennt
Fremdgehen69 schreibt auf der Startseite, dass die Chatpartner moderierte Profile sind und reale Treffen nicht möglich sind. Wer genau das sucht, weiß, worauf er sich einlässt.
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Häufige Fragen
Sind Chatmoderatoren seriös?
Die Arbeit selbst ist legal, und Agenturen werben offen dafür. Ob ein Portal seriös ist, hängt davon ab, ob es vor der Anmeldung klar sagt, dass Moderatoren schreiben. Fremdgehen69 und RealSexClub tun das auf ihrer Startseite.
Was verdient ein Chatmoderator?
Die Agentur Chat Buddies gibt eine Vergütung „zwischen 0,09 (OUT) und bis 0,21 (IN) Euro Cent pro Nachricht“ an, je nach Chat.
Kann ich einen Moderator treffen?
Nein. Moderatoren schreiben unter fiktiven Profilen. Portale wie Fremdgehen69 schreiben selbst, dass reale Treffen mit ihren Chatpartnern nicht möglich sind.
Wie erkenne ich, ob ein Portal Moderatoren einsetzt?
Am schnellsten über den Hinweistext am Fuß der Startseite und über die AGB. Suche nach „virtuelle Profile“, „Moderatoren“, „Animateure“ oder „Unterhaltung“.
Quellen, abgerufen am 8. Oktober 2026: Chat Buddies, Stellenseite Chat-Moderatoren; Chatprofis, Chat-Moderator im Homeoffice; Hinweistext auf der Startseite von Fremdgehen69.


